QualiBooth

news

Barrierefreiheitsbericht 2025: Europäischer E-Commerce

Erfahren Sie, wie Europas Top-500-E-Commerce-Seiten bei WCAG 2.2 und dem European Accessibility Act abschneiden — Spitzenreiter, regionale Benchmarks und Schwachstellen.

30 min read QualiBooth
Titelbild des QualiBooth-Berichts 2025 zum Stand der Barrierefreiheit im europäischen E-Commerce.

Über diese Studie

Im Sommer 2025 führte das Accessibility-Team von QualiBooth ein umfassendes Audit der digitalen Barrierefreiheit der 500 größten E-Commerce-Websites in Europa durch.

Ziel war es, objektive Erkenntnisse, vergleichbare Benchmarks und Orientierung für Organisationen zu liefern, die inklusivere digitale Erlebnisse schaffen wollen. Unsere Studie identifizierte die leistungsstärksten Händler und bewährte Verfahren — und dies sind die Ergebnisse.

Die besten europäischen E-Commerce-Websites nach Barrierefreiheits-Score

RangUnternehmenLandBarrierefreiheits-Score
1On RunningSchweiz100
2IkeaSchweden99
3MangoSpanien98
4Sports DirectVereinigtes Königreich97
5BonprixDeutschland97
6John LewisVereinigtes Königreich96
7VeryVereinigtes Königreich96
8BaurDeutschland96
9AsosVereinigtes Königreich95
10Leroy MerlinFrankreich95
11MorrisonsVereinigtes Königreich95
12Marks & SpencerVereinigtes Königreich95
13DellUSA & Irland94
14H&MSchweden93
15AlternateDeutschland91
16DocMorrisDeutschland90
17ReweDeutschland86
18NextVereinigtes Königreich86
19JumboNiederlande82
20AppleUSA & Irland82
21AsdaVereinigtes Königreich81
22AuchanFrankreich80
23ArgosVereinigtes Königreich79
24CarrefourFrankreich78
25ZalandoDeutschland77
26WilkoVereinigtes Königreich76
27EbayUSA & Irland74
28Phone HouseSpanien74
29ZaraSpanien74
30Sainsbury’sVereinigtes Königreich74
31NikeUSA & Niederlande74
32CurrysVereinigtes Königreich74
33Coopérative UFrankreich73
34AmazonUSA & Luxemburg72
35DartyFrankreich72
36DecathlonFrankreich71
37MediaMarktDeutschland70
38AdidasDeutschland68

Durchschnittlicher Barrierefreiheits-Score von 0–100 nach umfangreichen Tests der 500 größten europäischen Online-Händler mit dem QualiBooth Accessibility Toolkit am 19. Juni 2025.

Die Scores spiegeln die Leistung zum Zeitpunkt der Tests wider und können sich im Laufe der Zeit und je nach Kontext ändern. Alle Websites wurden unabhängig getestet, ohne dass finanzielle oder geschäftliche Beziehungen den Prozess beeinflusst hätten. Die Aufnahme in diese Studie ist weder als Empfehlung noch als Hinweis auf eine Verbindung zu QualiBooth zu verstehen.

Einführung und zentrale Erkenntnisse

Das Accessibility-Team von QualiBooth hat die 500 größten E-Commerce-Websites Europas auditiert und jeder einen Score von 0 bis 100 zugewiesen. Die Bewertung beruhte auf automatisierten Scans, manuellen Tests und Nutzerinterviews, um die reale Benutzbarkeit für Menschen mit Behinderungen abzubilden. Höhere Werte bedeuten eine stärkere Übereinstimmung mit den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2, dem globalen Standard des World Wide Web Consortium (W3C).

Die Audits umfassten geschäftskritische Nutzerpfade, jeweils in der Desktop- und der Mobilversion:

  • Startseiten
  • Kategorie- und Produktdetailseiten
  • Warenkorb- und Checkout-Prozesse

Was hoch barrierefreie Websites gemeinsam hatten

  1. Logische Informationsarchitektur — klare Überschriftenstrukturen, HTML-Landmarks und intuitive Menünavigation.
  2. Robuste Tastaturbedienbarkeit — auf den barrierefreisten Websites ließen sich alle Kernprozesse von der Navigation bis zum Checkout allein per Tastatur abschließen.
  3. Starke visuelle Barrierefreiheit — sinnvolle Alternativtexte für Bilder, ausreichender Farbkontrast sowie skalierbare, gut lesbare Typografie.
  4. Einwandfreie Formularnutzbarkeit — klare Beschriftungen, hilfreiche Fehlermeldungen und ein konsistentes, vorhersehbares Design.
  5. Mobile-First-Design — die Scores lagen bei mobil zuerst entwickelten Websites im Schnitt 15 % höher.

Anhaltende Schwachstellen

  1. Dynamische und interaktive Inhalte — Karussells, Modalfenster und fixierte Navigationsleisten stören mitunter den Tastaturfokus oder halten Screenreader-Nutzende fest.
  2. Barrierefreiheit von Multimedia — Untertitel, Transkripte und Audiodeskriptionen werden bei Video- und Audioinhalten uneinheitlich umgesetzt.
  3. Authentifizierungsprozesse — CAPTCHAs und kognitiv anspruchsvolle Passwort-Zurücksetzungen sind weiterhin verbreitet, entgegen den WCAG-2.2-Standards.
  4. Plattformübergreifende Konsistenz — Desktop-Erlebnisse weisen häufig Rückschritte gegenüber mobilen Umgebungen auf.
  5. Sichtbarkeit in großen Sprachmodellen (LLMs) — der Zusammenhang zwischen WCAG-Konformität und LLM-Sichtbarkeit ist deutlich; Organisationen, die Barrierefreiheitsstandards umsetzen, profitieren von einem größeren Zitations-Fußabdruck.

Kernergebnisse

  1. Norwegen (77), das Vereinigte Königreich (75) und Irland (71) erzielten im Schnitt die höchsten Scores.
  2. Trotz einzelner herausragender Akteure lagen Frankreich (64), Spanien (63) und Deutschland (57) insgesamt zurück.
  3. Haus und Garten (73), Lebensmittel und Getränke (64) sowie allgemeine Shopping-Websites (63) schneiden besser ab als Branchen wie Haustiere (56) oder Kunst und Unterhaltung (47).
  4. Websites aus den Bereichen Automobil und Industrie belegen im Schnitt die letzten Plätze (43 bzw. 36).
  5. Die Wahl der E-Commerce-Plattform hat keinen direkten Einfluss auf den Barrierefreiheits-Score.
  6. Am höchsten fielen die Werte auf Startseiten aus (73), am niedrigsten auf Kategorieseiten (60).

Die Ergebnisse zeigen: Ein starker Barrierefreiheits-Score ist auch für große, komplexe E-Commerce-Websites erreichbar, doch Barrierefreiheit bleibt ein iterativer Prozess, der laufende Überwachung und Nachbesserung erfordert. Mit dem Inkrafttreten des European Accessibility Act im Juni 2025 müssen Organisationen im europäischen digitalen Markt ein proaktives und systematisches Vorgehen nachweisen. Andernfalls drohen rechtliche, reputative und finanzielle Risiken.

Externe Studien zeigen durchgängig, dass mangelnde Barrierefreiheit — besonders in Formularen und Checkout-Prozessen — zu höheren Abbruchraten führt. Verbesserungen in diesen Bereichen sind daher nicht nur eine Compliance-Priorität, sondern ein nachweislicher Treiber für bessere Conversion und Kundenbindung.

Wichtige unterstützende Studien:

  • Forrester Research (Microsoft): 69 % der Kundinnen und Kunden mit Barrierefreiheitsbedarf verlassen nicht barrierefreie Websites.
  • Baymard Institute (2023): Usability und Barrierefreiheit von Checkout-Formularen zählen zu den Hauptursachen für Kaufabbrüche.
  • Click-Away Pound Survey (UK, 2021): 73 % der Nutzenden mit Behinderungen haben eine Website wegen Barrieren verlassen.
  • W3C/WAI-Fallstudien: Unternehmen, darunter große E-Commerce-Anbieter, berichten von höheren Conversion-Raten nach Verbesserungen der Barrierefreiheit.

Methodik

Untersuchungsumfang

Die Studie bewertet 500 der führenden europäischen E-Commerce-Websites auf Basis umfangreicher Tests anhand der aktuellen WCAG-2.2-Kriterien. Die Analyse von April bis Juni 2025 umfasste manuelle und automatisierte Testverfahren mit der Accessibility-Testing-Software von QualiBooth. Sie zeigt sowohl Stärken als auch fortbestehende Herausforderungen auf, mit Folgen für die Konformität mit dem European Accessibility Act (EAA).

Jede Website wurde über Interviews, automatisierte Scans und manuelle Tests bewertet, woraus ein Score von 0 bis 100 resultiert, der die reale Benutzbarkeit für Menschen mit Behinderungen abbildet. Das Audit umfasste die Desktop- und Mobilversionen von Startseiten, Kategorieseiten, Produktdetailseiten sowie Warenkorb- und Checkout-Prozessen.

Sowohl automatisierte als auch geführte Scores stammen aus Agora, der Accessibility-Testing-Plattform von QualiBooth, um Konsistenz zu gewährleisten. Getestet wurde die Konformität mit WCAG 2.2.

  • Bei automatisierten Scans wurden die URLs dem Tool übergeben und ohne menschliches Eingreifen gescannt.
  • Bei geführten Scans navigierten Accessibility-Fachleute dieselben URLs und scrollten durch jede Seite, um das vollständige Laden der Inhalte sicherzustellen — einschließlich Lazy Loading, dynamisch geladener Elemente, Cookie-Hinweise, Modalfenster und CAPTCHAs.
  • Seiten, die für Software-Scans gesperrt oder aus technischen Gründen nicht verfügbar waren, wurden als „N/A” markiert.

Bewertungsmechanismus

Jede Seite startete mit 100 Punkten; Abzüge erfolgten nach Anzahl und Schweregrad der Probleme. Geführte Scans legten in der Regel mehr Inhalte offen und ergaben daher oft etwas niedrigere Werte als automatisierte Scans.

ScoreInterpretation
Über 85Hoch und lobenswert — nur wenige Probleme
60 bis 84Teilweise Konformität — Verbesserungsbedarf besteht
Unter 60Niedrig — erhebliche Barrieren

Diese softwarebasierten Tests liefern eine automatisierte Bewertung anhand der WCAG-2.2-Standards. Ein Score von 100 bedeutet in diesem Bericht weder, dass eine Website zu 100 % barrierefrei ist, noch dass sie zu 100 % konform ist.

Eine vollständige Bewertung der Barrierefreiheit erfordert:

  1. Softwarebasierte Tests, um häufige Probleme effizient zu erkennen.
  2. Ein vollständiges manuelles Audit durch geschulte Fachleute, um Nuancen wie Kontext, Benutzbarkeit, kognitive Belastung und Kompatibilität mit assistiven Technologien zu bewerten, die sich allein automatisiert nicht erfassen lassen.

Stärken der Spitzenreiter

Unsere Studie identifizierte führende Händler, von denen einige bemerkenswerte Scores von 95 und höher erreichten — darunter On Running, IKEA, Mango, Sports Direct und Bonprix.

Diese Tests wurden extern durchgeführt; für die Zwecke dieser Studie musste das Accessibility-Team von QualiBooth Annahmen auf Basis der auf den getesteten Seiten beobachteten Merkmale treffen. Nach unserer Analyse erreichen diese Websites ihre durchgängig hohen Werte unter anderem durch:

  • Informationsarchitektur und Navigation — klare Überschriften, Landmarks und logische Menüstrukturen, die die Screenreader-Kompatibilität verbessern.
  • Tastaturbedienbarkeit — zentrale Nutzerpfade (Startseitennavigation, Produktsuche, Checkout) sind ohne Maus zugänglich.
  • Visuelle Barrierefreiheit — sinnvolle Textalternativen, hohe Kontrastverhältnisse und skalierbare Typografie.
  • Formularnutzbarkeit — gut beschriftete Eingabefelder, zugängliche Fehlermeldungen und konsistentes Formulardesign.
  • Mobile Optimierung — zunehmende Verbreitung touchfreundlicher Gestaltung im Einklang mit WCAG 2.2.

Leistungsstarke Organisationen gehen deutlich über sauberen Code hinaus. Aus unseren qualitativen Interviews ergeben sich mehrere zusätzliche Best Practices:

  • Spitzenreiter behandeln Barrierefreiheit als kulturelle und strategische Priorität, nicht bloß als technische Anforderung. Sie verankern sie in ihrer Corporate Social Responsibility (CSR) und ihrem Leitbild und verpflichten sich zu langfristigen Roadmaps. Entscheidend ist das Bekenntnis der Führung: Viele benennen leitende Führungskräfte, die für Barrierefreiheit in physischen und digitalen Umgebungen verantwortlich sind und dedizierte Teams aufbauen.
  • Spitzenreiter erkennen das Risiko unbewusster Voreingenommenheit an und begegnen ihm proaktiv, indem sie automatisierte Tests mit manuellen Prüfungen kombinieren. Sie verstehen, dass Barrierefreiheit „by design” entstehen muss und dabei geschäftliche Ziele mit dem ethischen und regulatorischen Gebot der Inklusion in Einklang bringt.
  • Spitzenreiter integrieren Barrierefreiheitstests direkt in die Entwicklungsabläufe. So wird Compliance nach ihrer Aussage kein nachträglicher Gedanke, sondern ein kontinuierlicher, messbarer Prozess.

Die Produktdetailseiten der Desktop- und Mobilversion von On Running erreichten im Test nach WCAG 2.2 einen perfekten Barrierefreiheits-Score von 100. Der Wert wurde durch automatisierte Scans ermittelt und mit einem manuellen Audit derselben Seiten bestätigt.

Anhaltende Schwachstellen

Auch führende Händler zeigen Schwächen in komplexeren Bereichen:

  1. Dynamische und interaktive Inhalte — Karussells, Modalfenster und fixierte Navigationsleisten stören mitunter den Tastaturfokus oder halten Nutzende fest.
  2. Barrierefreiheit von Multimedia — Untertitel, Transkripte und Audiodeskriptionen werden uneinheitlich umgesetzt.
  3. Authentifizierungsprozesse — da manche Content Delivery Networks den LLM-Zugriff stärker einschränken, beobachten wir eine Rückkehr umständlicher Authentifizierungsseiten, entgegen WCAG 2.2.
  4. Plattformübergreifende Konsistenz — mobile Erlebnisse weisen häufig Rückschritte gegenüber Desktop-Umgebungen auf.
  5. Verantwortung externer Partner — Agenturen oder Dienstleister werden mitunter nicht an denselben Standards gemessen wie interne Teams.
  6. Organisatorische Steuerung — ein einzelner „Accessibility Champion” genügt nicht. Führende Organisationen verfügten über eine zentrale QA-Funktion mit Entscheidungsbefugnis und eine Kultur, in der jedes Teammitglied — intern wie extern — Verantwortung übernimmt.

Interaktive Bedienelemente wie nicht verschachtelte Dropdown-Menüs sind häufig problematisch und verursachen Fokusprobleme für assistive Technologien.

Nationale und branchenspezifische Unterschiede

Nationale Unterschiede

Bei der Betrachtung der durchschnittlichen Scores nach Ländern zeigte unsere Studie erhebliche Unterschiede. Auffällig war eine starke Korrelation zwischen dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) und den Werten für digitale Barrierefreiheit — ein Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Verbraucherschutz und institutioneller Governance.

RangLandBarrierefreiheits-Score
1Norwegen77
2Vereinigtes Königreich75
3Irland71
4Österreich69
5Italien67
6Niederlande66
7Schweden65
8Frankreich64
9Finnland63
10Belgien63
11Dänemark63
12Spanien63
Europäischer Durchschnitt62
13Ungarn61
14Slowenien60
15Portugal59
16Tschechien58
17Polen57
18Deutschland57
19Bulgarien50
20Griechenland47
21Rumänien45

Verbreitung von Barrierefreiheitserklärungen

Barrierefreiheitserklärungen sind öffentliche Selbstauskünfte über das Engagement einer Website für digitale Inklusion, ihren Konformitätsgrad und darüber, wie Nutzende Probleme melden oder Anpassungen anfordern können. Für die meisten Websites der öffentlichen Hand sind sie gesetzlich vorgeschrieben, seit Juni 2025 unter dem European Accessibility Act auch für viele privatwirtschaftliche Dienste in der EU — und weltweit gelten sie zunehmend als Best Practice.

RangLandAnteil mit Barrierefreiheitserklärung
1Vereinigtes Königreich67 %
2Frankreich65 %
3Irland42 %
4Belgien36 %
5Norwegen34 %
6Österreich33 %
7Spanien32 %
8Dänemark31 %
9Italien31 %
Europäischer Durchschnitt30 %
11Deutschland29 %
12Schweden27 %
13Niederlande24 %
14Slowenien24 %
15Portugal23 %
16Finnland21 %
17Polen19 %
18Griechenland11 %
19Ungarn11 %
20Tschechien10 %
21Rumänien6 %
22Bulgarien4 %

The Body Shop ist ein hervorragendes Beispiel für digitale Barrierefreiheit und zeigt seine Barrierefreiheitserklärung deutlich in seinen Online-Shops.

Branchenspezifische Unterschiede

Bei der Bewertung nach Branchen zeigte unsere Studie, dass Haus und Garten, Lebensmittel und Getränke sowie allgemeine Shopping-Websites vergleichsweise besser abschnitten als Branchen wie Gesundheit, Fitness, Stil und Mode. Websites aus Wirtschaft und Industrie belegten die letzten Plätze, teils wegen komplexerer Bestellprozesse.

Unsere Studie zeigt außerdem, dass internationale Technologieunternehmen tendenziell gut, aber nicht in der Spitzengruppe abschneiden. Größe und technologische Reife führen also nicht zwangsläufig zu besserer Barrierefreiheit.

BrancheBarrierefreiheits-Score
Haus und Garten73
Sport65
Lebensmittel und Getränke64
Shopping63
Europäischer Durchschnitt62
Hobbys und Interessen61
Technologie und Computer61
Gesundheit und Fitness60
Stil und Mode60
Haustiere56
Kunst und Unterhaltung47
Automobil und Fahrzeuge43
Wirtschaft und Industrie36

Websites mit niedrigen und mittleren Werten wenden Barrierefreiheit eher punktuell als durchgängig an. In der Regel:

  • Bieten sie einfache Alternativtexte für Produktbilder.
  • Untertiteln sie einige Videos, oft jedoch automatisch generiert und ungenau.
  • Sind sie mobil responsiv, ohne Barrierefreiheitsanforderungen wie große Touch-Ziele vollständig zu berücksichtigen.
  • Verlinken sie eine Barrierefreiheitserklärung — oft jedoch generisch, veraltet oder unvollständig.

Zudem stellten wir bei schwachen Anbietern fest:

  • Uneinheitliche Alternativtexte — fehlend, automatisch erzeugt oder nicht hilfreich (z. B. „image123.jpg”).
  • Schlechte Farbkontraste — stilvolle Designs, die Branding über Lesbarkeit stellen, etwa hellgrauer Text auf weißem Grund.
  • Tastaturfallen — interaktive Elemente (Menüs, Modals, Karussells), die sich per Tastatur nicht erreichen oder verlassen lassen.
  • Formulare ohne korrekte Beschriftungen — Felder ohne klare Hinweise, vage Fehlermeldungen und Pflichtfelder, die Screenreadern nicht angesagt werden.
  • Übermäßiges Vertrauen in Automatisierung — Overlays und Widgets, die Konformität vortäuschen, ohne die zugrunde liegenden Code-Probleme zu beheben.
  • Dynamische Inhalte ohne ARIA-Unterstützung — Pop-ups, Slider und Dropdowns, die von assistiven Technologien nicht korrekt angesagt werden.
  • Unstrukturiertes HTML — übersprungene Überschriftenebenen, falsche Verschachtelung oder übermäßig viele Divs, was die Navigation für Screenreader erschwert.

Länder- und Regionalranglisten

Die 10 besten Websites im Vereinigten Königreich

Die Website von John Lewis schnitt besonders auf Kategorie- und Produktdetailseiten gut ab. Auch der Checkout-Prozess war erstklassig.

RangShopBarrierefreiheits-Score
1johnlewis.com96
2very.co.uk96
3asos.com95
4morrisons.com95
5marksandspencer.com95
6ikea.com92
7apple.com87
8next.co.uk86
9asda.com81
10argos.co.uk79

Die 10 besten Websites in Deutschland

Modalfenster beeinträchtigen die Barrierefreiheit von bonprix nicht — ein Beleg dafür, dass gute Nutzererfahrung nicht auf Kosten der digitalen Barrierefreiheit gehen muss.

RangShopBarrierefreiheits-Score
1bonprix.de97
2baur.de96
3alternate.de91
4docmorris.de90
5rewe.de86
6hm.com81
7ikea.com81
8zalando.de77
9apple.com75
10mediamarkt.de70

Die 10 besten Websites in Frankreich

Leroy Merlin ist ein Beispiel für eine hoch barrierefreie Website mit starker Tastaturnavigation und gutem Umgang mit dynamischen Inhalten.

RangShopBarrierefreiheits-Score
1leroymerlin.fr95
2ikea.com95
3asos.com95
4apple.com89
5zalando.fr83
6zara.com82
7auchan.fr80
8carrefour.fr78
9nike.com73
10coursesu.com73

Beste Websites in den nordischen Ländern

Prisma aus Finnland, CDON aus Schweden und XXL aus Norwegen erzielten außergewöhnlich hohe Werte — zurückzuführen darauf, dass Barrierefreiheit in allen Entwicklungsabläufen gestaltet und getestet wird.

RangShopLandBarrierefreiheits-Score
1ikea.comNorwegen99
2ikea.comFinnland99
3prisma.fiFinnland98
4cdon.seSchweden98
5xxl.noNorwegen98
6ikea.comDänemark98
7k-ruoka.fiFinnland97
8oda.noNorwegen96
9ikea.comSchweden95
10apotek1.noNorwegen92

Beste Websites in Spanien

Die Mobil- und Desktopversion der Mango-Website schnitten in manuellen und automatisierten Tests gut ab.

RangShopBarrierefreiheits-Score
1ikea.com98
2mango.com98
3alcampo.es94
4leroymerlin.es88
5asus.com86
6hm.com84
7decathlon.es76
8phonehouse.es74
9zara.com74
10mediamarkt.es74

Beste Websites in Italien

Die italienische Version der Asos-Website ist besonders gut für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen gestaltet. Landmark-Elemente sind klar, und Zahlen in Formularen sind für Screenreader korrekt formatiert.

RangShopBarrierefreiheits-Score
1leroymerlin.it99
2ikea.com96
3asos.com95
4qvc.it93
5bonprix.it93
6decathlon.it93
7unieuro.it87
8zalando.it86
9apple.com80
10zara.com77

Barrierefreiheits-Scores nach globalem Umsatz

Unsere Studie zeigt: Beim Thema Barrierefreiheit ist die Größe kein Indikator. Websites mit hohen globalen Umsätzen weisen nicht zwangsläufig bessere Werte auf als kleinere Anbieter. Eine mögliche Erklärung: Je größer eine Website, desto komplexer ist sie in der Regel und desto schwieriger aus Sicht der Barrierefreiheit zu pflegen. Zudem überoptimieren manche Anbieter und überfrachten den Tastaturfluss mit aggressiven Cross-Selling-, Upselling- und Bewertungsaufforderungen. Über die gesamte Spanne — von rund 10 Millionen bis über 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz — steigt die Trendlinie nur von etwa 56 auf 71, und in jeder Umsatzklasse finden sich sowohl starke als auch schwache Werte.

Streudiagramm der 500 getesteten Händler. Die waagerechte Achse zeigt den globalen Umsatz auf einer logarithmischen Skala von rund 10 Millionen bis über 100 Milliarden US-Dollar, die senkrechte Achse den Barrierefreiheits-Score von 0 bis 100. Die Punkte verteilen sich in jeder Umsatzklasse über den gesamten Wertebereich, und die Trendlinie steigt über die gesamte Spanne nur von etwa 56 auf 71.
Durchschnittlicher Barrierefreiheits-Score nach globalem Umsatz. Waagerechte Achse: globaler Umsatz, logarithmisch. Senkrechte Achse: Barrierefreiheits-Score, 0–100. Jeder Punkt steht für einen der 500 getesteten Händler.

Eine mögliche Erklärung: Je größer eine Website, desto komplexer ist sie in der Regel und desto schwieriger aus Sicht der Barrierefreiheit zu pflegen. Zudem überoptimieren manche Anbieter und überfrachten den Tastaturfluss mit aggressiven Cross-Selling-, Upselling- und Bewertungsaufforderungen.

Barrierefreiheits-Scores nach E-Commerce-Plattform

Unsere Daten zeigen zwar, dass die Wahl der E-Commerce-Plattform keinen wesentlichen Einfluss auf die Werte hat, doch die Studie weist geringfügige Unterschiede aus. So erreichen Websites auf Squarespace (96) und TotalOne (90) sehr hohe Werte, während Websites auf Intershop (48), PrestaShop (38) und Scayle (31) tendenziell niedriger abschneiden. Diese Unterschiede relativieren sich jedoch, sobald man andere Faktoren wie Branche und regionale Unterschiede kontrolliert.

Berücksichtigt man die eingesetzten Plattformen, lassen sich Unterschiede auf mehrere Faktoren zurückführen:

  1. Abhängigkeit von Templates — diese unterscheiden sich stark darin, ob sie mit Blick auf Barrierefreiheit gestaltet wurden.
  2. Gesamtbetriebskosten der Plattform — höherpreisige Lösungen korrelieren oft mit größeren Investitionen in Entwicklung, Produkt und UX/UI, während günstigere Plattformen auf geringere Ressourcen für Barrierefreiheit hindeuten können.
  3. Eigenentwicklungen und Headless haben ihren Preis — Websites auf selbst entwickelten, headless oder composable Architekturen liegen tendenziell unter dem Durchschnitt. Organisationen, die solche Architekturen nutzen, müssen also besonders sorgfältig auf Konformität und Inklusion achten.
E-Commerce-PlattformBarrierefreiheits-Score
Squarespace96
TotalOne90
Oracle Commerce80
Salesforce Commerce Cloud79
BigCommerce76
Sylius73
Drupal Commerce68
Shopify Plus68
HCL Commerce67
SAP Commerce Cloud66
Magento64
Durchschnitt64
Gesamtsumme62
Home Grown60
commercetools55
IdoSell50
Intershop48
PrestaShop38
Scayle31

Leistungsstarke Websites integrieren Barrierefreiheitstests typischerweise in die Arbeitsabläufe ihrer Plattform (z. B. Oracle Commerce) und stellen Templates bereit, die auf Konformität geprüft wurden.

Umgekehrt schneiden Websites schlechter ab, wenn starke Anpassungen Branding über Barrierefreiheit stellen — etwa starre Farbschemata, die Kontrast oder Gestaltungsspielraum einschränken. Barrierefreiheit kann außerdem durch Drittanbieter-Integrationen leiden, etwa Social-Media-Widgets oder Bewertungstools, die nicht auf Inklusion ausgelegt sind.

Barrierefreiheits-Scores nach kritischem Touchpoint

Kategorieseiten

Diese Seiten zeigen gefilterte Produktkategorien (etwa Laufschuhe für Damen) in klarer Hierarchie: Produktbild, Name, Farbvarianten und Preis. Zentrale Anforderungen sind ein logischer Navigationsfluss zwischen den Elementen sowie korrekt beschriftete Filter- und Sortierelemente.

Produktdetailseiten

Für die Conversion entscheidend, müssen diese Seiten nahtlos durch den Kaufentscheidungsprozess führen — etwa: Produktdetails → Größen-/Verfügbarkeitsauswahl → in den Warenkorb → Warenkorbbestätigung. Die Tab-Reihenfolge sollte dieser logischen Abfolge entsprechen, damit Nutzende den Kaufpfad ohne Verwirrung durchlaufen können.

Warenkorb und Checkout

Warenkorbseiten sollten Ablenkungen minimieren und einer intuitiven Tab-Reihenfolge folgen — etwa: Warenkorbinhalt → Mengenanpassung → zur Kasse. Im Checkout sollte der Fokus ausschließlich auf den wesentlichen Elementen liegen; Sonderangebote oder Werbeinhalte, die den Abschluss stören, sind zu vermeiden. Die Gestaltung sollte Tastaturnavigation über alle Eingabemethoden hinweg ermöglichen.

Mobile Erlebnisse

Mobile Websites erreichen typischerweise höhere Werte als ihre Desktop-Pendants, weil die gestalterischen Einschränkungen Barrierefreiheitsprinzipien begünstigen. Das schlankere mobile Erlebnis — mit vereinfachter Navigation, reduzierten Filteroptionen und geringerer visueller Komplexität — schafft naturgemäß klarere Nutzerpfade und ein besseres Fokusmanagement.

Organisationen mit Mobile-First-Ansatz verzeichnen oft bessere Werte über alle Plattformen hinweg, da die Beschränkungen der mobilen Entwicklung sauberere Informationshierarchien und bewusstere Interface-Entscheidungen fördern.

Barrierefreiheit und Sichtbarkeit in LLMs

Der letzte Teil unserer Untersuchung befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen Barrierefreiheits-Scores und der Sichtbarkeit in LLMs wie ChatGPT, Claude und Gemini. Als Messgröße diente ein Näherungswert, der Zitations-Fußabdruck — das Ausmaß, in dem eine Domain von einem LLM repräsentiert, referenziert oder erinnert wird.

Beim Zitations-Fußabdruck berücksichtigen LLMs typischerweise mehrere Faktoren:

  1. Präsenz in den Trainingsdaten — waren Texte von oder über die Website breit verfügbar und Teil des Vortrainings-Korpus?
  2. Domain-Autorität und Backlinks — Websites mit starker SEO und vielen eingehenden Links erscheinen häufiger in gecrawlten Datensätzen.
  3. Thematische Prominenz — ist die Domain eine zentrale Referenz in ihrer Branche?
  4. Sprache und Geografie — manche Domains sind im Heimatland oder in der eigenen Sprache stark präsent, global jedoch kaum sichtbar.
  5. Zeitliche Relevanz — existierte die Website und veröffentlichte sie Inhalte vor dem Wissensstichtag des Modells?

Wir analysierten die Korrelation zwischen Barrierefreiheits-Scores und LLM-Sichtbarkeit, indem wir die Domains der Studie durch ChatGPT, Claude und Gemini laufen ließen. Das Ergebnis war auffällig: Websites mit höheren Barrierefreiheits-Scores zeigten durchgängig eine größere Sichtbarkeit in LLMs.

Diese Korrelation belegt keine Kausalität, doch der Zusammenhang ist deutlich und signifikant. Weitere statistische Analysen wären nötig, um Art und Stärke dieser Verbindung genau zu bestimmen.

Balkendiagramm des durchschnittlichen Barrierefreiheits-Scores im Verhältnis zum LLM-Zitations-Footprint. Websites mit niedrigem Footprint erreichen im Schnitt 59, mit mittlerem 61, mit hohem 72 und mit sehr hohem 74 — der Score steigt mit dem Zitations-Footprint.
Durchschnittlicher Barrierefreiheits-Score im Verhältnis zum durchschnittlichen LLM-Zitations-Footprint. Waagerechte Achse: LLM-Zitations-Footprint, gruppiert in niedrig, mittel, hoch und sehr hoch. Senkrechte Achse: durchschnittlicher Barrierefreiheits-Score, 0–80.

Fazit

Hürden bei der Barrierefreiheits-Konformität entstehen häufig dadurch, dass Barrierefreiheit nicht in Template-Designs berücksichtigt wird, dass die Integration in gängige Entwicklungsabläufe fehlt und dass es kein Echtzeit-Monitoring gibt.

Die Werkzeuge von QualiBooth für digitale Barrierefreiheit respektieren Ihre Markenidentität, maximieren die Effizienz Ihrer Teams und vergrößern Ihren erreichbaren Markt. Um zu erfahren, wie gut Ihre Website die WCAG-2.2-Kriterien erfüllt, beginnen Sie mit einem Basis-Scan über den kostenlosen Accessibility-Scanner von QualiBooth. Die Ergebnisse zeigen wirkungsstarke Probleme auf, sodass Sie Korrekturen nach Seitenaufrufen und Nutzerverkehr priorisieren können — und nicht nur nach der Gesamtzahl der Probleme.

Um eine hochgradig barrierefreie Website zu erreichen, legt unsere Studie Organisationen außerdem nahe:

  • Verantwortung zuweisen — ein dediziertes Team benennen, das Barrierefreiheit vorantreibt.
  • Proaktive Werkzeuge wählen — umfassende Scanning-Lösungen statt schneller Widgets und Overlays.
  • In Arbeitsabläufe integrieren — Barrierefreiheitstests direkt in Entwicklungsprozesse einbetten.
  • Das Ökosystem schulen — interne Teams, Dienstleister und Agenturen vor Projektbeginn zu Anforderungen schulen.

Entscheidend ist, überhaupt anzufangen und durch systematische Verbesserung Schwung aufzubauen — in dem Bewusstsein, dass Ihre Organisation Barrierefreiheit in einen Vorteil verwandeln kann.

Hinweis zur Methodik: Die Websites wurden mit automatisierten und manuellen Tests anhand der WCAG-2.2-Kriterien bewertet. Ein Score von 100 bedeutet keine vollständige Barrierefreiheit — eine vollständige Bewertung erfordert manuelle Audits durch geschulte Fachleute.

Anhang A: Ranglisten nach kritischem Touchpoint

Kategorieseiten

RangLandShopScore
1Schweizon.com100
2Vereinigtes Königreichmorrisons.com99
3Vereinigtes Königreichmarksandspencer.com99
4Norwegenikea.com99
5Finnlandikea.com99
6Finnlandprisma.fi99
7Schwedencdon.se99
8Norwegenxxl.no99
9Dänemarkikea.com99
10Spanienmango.com99
11Spanienalcampo.es99
12Slowenienbauhaus.si99
13Polenikea.com99
14Irlandmarksandspencer.com99
15Ungarnikea.com99
16Deutschlandbonprix.de99
17Österreichikea.com99
18Frankreichleroymerlin.fr99
19Frankreichzara.com99
20Tschechienbonprix.cz99
21Finnlandverkkokauppa.com99
22Italienunieuro.it99
23Irlandnext.ie99
24Irlandaldi.ie99
25Irlanddell.com99

Produktdetailseiten

RangLandShopScore
1Schweizon.com100
2Norwegenikea.com99
3Schwedencdon.se99
4Spanienmango.com99
5Polenikea.com99
6Irlandnext.ie99
7Irlandaldi.ie99
8Finnlandk-ruoka.fi99
9Irlandsportsdirect.com99
10Spanienikea.com99
11Schwedenhm.com99
12Bulgariendecathlon.bg99
13Finnlandikea.com99
14Dänemarkikea.com99
15Portugalikea.com99
16Finnlandprisma.fi98
17Norwegenxxl.no98
18Irlandmarksandspencer.com98
19Österreich0815.at98
20Italienikea.com98
21Vereinigtes Königreichvery.co.uk98
22Tschechienikea.com98
23Schwedenikea.com98
24Vereinigtes Königreichikea.com98
25Deutschlandbaur.de97

Warenkorb- und Checkout-Prozesse

RangLandShopScore
1Schweizon.com100
2Vereinigtes Königreichmorrisons.com99
3Vereinigtes Königreichmarksandspencer.com99
4Vereinigtes Königreichargos.co.uk99
5Norwegenikea.com99
6Finnlandikea.com99
7Finnlandprisma.fi99
8Schwedencdon.se99
9Norwegenxxl.no99
10Dänemarkikea.com99
11Finnlandk-ruoka.fi99
12Schwedenikea.com99
13Schwedenclasohlson.com99
14Spanienmango.com99
15Spanienalcampo.es99
16Spaniendecathlon.es99
17Slowenienbauhaus.si99
18Sloweniendecathlon.si99
19Slowenienmass.si99
20Portugalikea.com99
21Polenikea.com99
22Dänemarkharald-nyborg.dk99
23Finnlandpetenkoiratarvike.com99
24Norwegenmeny.no99
25Dänemarkzara.com99

Mobile Websites

RangLandShopScore
1Schweizon.com100
2Norwegenikea.com99
3Finnlandikea.com99
4Finnlandprisma.fi99
5Norwegenxxl.no99
6Schwedencdon.se99
7Österreichikea.com99
8Norwegenoda.com99
9Dänemarkasos.com99
10Italienasos.com99
11Frankreichasos.com99
12Norwegenoda.no99
13Polenikea.com98
14Finnlandk-ruoka.fi98
15Spanienmango.com98
16Irlandsportsdirect.com98
17Spanienalcampo.es98
18Deutschlandbonprix.de98
19Tschechienbonprix.cz98
20Irlandasos.com98
21Vereinigtes Königreichasos.com98
22Frankreichzara.com98
23Dänemarkikea.com97
24Frankreichleroymerlin.fr97
25Österreichmuenzeoesterreich.at97

Anhang B: Die Debatte — kostenlose vs. kostenpflichtige Testwerkzeuge

Kostenlose Werkzeuge wie Google Lighthouse bieten einen wertvollen Einstieg in Barrierefreiheitstests, bringen für viele Organisationen jedoch erhebliche Einschränkungen und Kompromisse mit sich.

Die Vorteile. Kostenlose Werkzeuge beseitigen Budgethürden und lassen sich leicht in bestehende Abläufe integrieren. Google Lighthouse etwa läuft direkt in den Chrome DevTools und macht Barrierefreiheitstests für jede entwickelnde Person zugänglich. Solche Werkzeuge erkennen zuverlässig Basisprobleme wie fehlende Alternativtexte, Kontrastprobleme und strukturelle Verstöße — wertvolle erste Erfolge für Teams am Anfang ihres Weges.

Die Grenzen. Kostenlose automatisierte Werkzeuge erfassen typischerweise nur 20–30 % der tatsächlichen Barrierefreiheitsprobleme. Sie übersehen komplexe interaktive Elemente, Probleme der Tastaturnavigation und Screenreader-Kompatibilität. Vor allem liefern sie Momentaufnahmen ohne fortlaufendes Monitoring, geben kaum Hinweise zur Behebung und nutzen Bewertungssysteme, die Barrierefreiheitssignale mit anderen Metriken wie Performance vermischen.

Das Fazit. Kostenlose Werkzeuge erfüllen eine wichtige didaktische Rolle, sind aber nur der Ausgangspunkt. Organisationen, die sich allein darauf verlassen, entdecken ihre Lücken oft über Nutzerbeschwerden oder rechtliche Auseinandersetzungen — dann, wenn Korrekturen am teuersten sind. Wirksame Strategien nutzen kostenlose Werkzeuge als einen Baustein neben spezialisierten Plattformen, Nutzertests und kontinuierlichem Monitoring.

Über QualiBooth

QualiBooth ist ein führender Anbieter von Lösungen für digitale Barrierefreiheit und arbeitet mit großen Händlern, Finanzinstituten und öffentlichen Einrichtungen in ganz Europa zusammen. Das Unternehmen stellt nicht nur Compliance-Werkzeuge bereit, sondern trägt aktiv zu bewährten Verfahren und Branchenstandards bei.

Agora, die fortgeschrittene Version des QualiBooth Accessibility Toolkits, kombiniert automatisiertes Scannen mit geführten Expertenprüfungen. Anders als einfache Scanner kann Agora reales Nutzerverhalten nachbilden — einschließlich der Umgehung von CAPTCHA-Sperren, dem Offenlegen dynamischer Inhalte und dem Nachahmen von Scroll-Mustern — und gibt Marken so ein ganzheitliches Bild ihrer Barrierefreiheit, das tatsächliche Kundenerlebnisse widerspiegelt.

Der Ansatz von QualiBooth geht über die reine Bewertung hinaus. Das Toolkit befähigt Marken, die Benutzbarkeit zu verbessern, rechtliche Risiken zu senken und die Marktinklusion zu erhöhen.

Sehen Sie, wie Ihr Shop abschneidet